Rückblick
Die Faksimile-Telegrafie zaehlt zu den ältesten Telegrafietechniken. Bereits vor der praktischen Nutzung der Morsetelegrafie in Europa (1848) wurde von Alexander Bain (1843) ein Vorschlag fuer einen Kopiertelegrafen gemacht. Eine praktische Nutzanwendung erfolgte erst viele Jahre spaeter. In den 20er Jahren unseres Jahrhunderts wurde die Bildtelegrafie in den USA und Europa durch so namhafte Firmen wie RCA, Bell, Muirhead, Siemens und Dr. Ing. Hell vorangetrieben.
Funktionsweise
Voraussetzung fuer eine Bilduebertragung ist die Abtastung der Vorlage durch einen Lichtstrahl sowie dessen Umwandlung in eine Amplitudenschwankung des Stromes. Die zu uebermittelnde Vorlage wird sendemaessig in einzelne Zeilen zerlegt und Zeile für Zeile abgetastet, ähnlich wie bei der Uebertragung des Fernsehbildes. Die so gewonnenen Bildsignale werden einem Modulator zugefuehrt, um sie mit einem Hilfstraeger uebertragen zu koennen. Auf der Empfangsseite werden die mit einem Hilfsträger übertragenen Signale in einem Demodulator demoduliert. Die so gewonnenen Bildsignale steuern die Schreibeinrichtung der FAX-Maschine. Die Qualität des Uebertragungsverfahrens wird im wesentlichen von der Anzahl der Bildpunkte je Zeile, der Anzahl der Zeilen/mm und der Anzahl der Zeilen/min bestimmt. Ueblich sind 60, 90, 120 und 240 Zeilen/min. Dies entspricht dem internationalen Standard - wie auch alle anderen Parameter. Es koennen also im AFu-Dienst grundsätzlich alle kommerziellen Geräte eingesetzt werden. Aus vielerlei Gründen ist es aber nicht immer zweckmässig. Es gibt heute bereits sehr gute FAX-Programme fuer PC, die eine Aufzeichnung in ausgezeichneter Qualitaet gestatten. Häufig werden im AFu-Dienst umgebaute Fernkopierer (Telefaxgeraete) verwendet, die bei gleicher oder noch besserer Qualitaet auch den Sendebetrieb ermoeglichen.
Wie wird man QRV?
Um in der Betriebsart Faksimile QRV zu werden, bedarf es keiner wesentlichen Aenderungen an den vorhandenen HF-Geraeten. Auf den KW-Bändern wird in der Sendeart F1 C (800 Hz Shift) gearbeitet. Hierzu ist der NF-Ein- bzw. Ausgang des FAX-Gerätes mit dem MIC- bzw. Lautsprecheranschluss des Transceivers zu verbinden. Der Transceiver arbeitet im Einseitenbandbetrieb. Durch die Wahl des Seitenbandes wird die Polaritaet des Bildes bestimmt. Nach CCITT-Empfehlungen muss Weiss immer die höhere der beiden HF-Frequenzen sein. Die FAX-Maschine bzw. der PC muss diesen Bedingungen angepasst werden. Die Kosten fuer eine Erweiterung der AFu-Station auf FAX-Betrieb sind sehr unterschiedlich. Entsprechende Programme fuer PCs sowie das Interface kosten bis zu etwa DM 1000,-, ein umgebauter Fernkopierer bis zu etwa DM 350,-.
FAX-Betrieb wird auf folgenden Frequenzen abgewickelt:
3730, 7040, 14235, 21150, 28680 kHz +/- QRM. Aktivitaeten finden meistens sonntags zwischen 10:00h und 13:00h ME(S)Z auf 14230 kHz sowie mittwochs gegen 18:00h ME(S)Z auf 3730 kHz statt.
Ein FAX-Diplom sowie ein internationaler FAX-Kontest tragen weiter zu den Aktivitäten bei. Wenn Sie in die doch sehr reizvolle Betriebsart "einsteigen" möchten, ist das Buch "FAX fuer Einsteiger" (DARC Verlag) eine grosse Hilfe.
(Herausgeber DARC) Stand Sommer 1994
Informationen zur FAX-SSTV Bilderbake HB9AK
Pro Memoria
* bestehender Bandplan
** Mode Nr. gemaess JVFAX